
Der Heinrich Bauer Verlag in der NS-Zeit stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Holger Martens, Historiker-Genossenschaft eG, auf dem Büsch-Forum mit gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am 11. September im Hamburger Logenhaus an der Moorweidenstraße. Einleitend machte der Historiker deutlich, dass ein Unternehmensarchiv eine wichtige Grundlage für die Betrachtung der NS-Zeit darstellt. Martens hob hervor, dass auch substantielle Forschungen ohne Unternehmensunterlagen möglich sind, wie das Beispiel Heinrich Bauer Verlag zeigt. Obwohl kaum Dokumente für die Zeit vor 1945 aus dem Verlag und der Bauer-Familie herangezogen werden konnten, hat die Historiker-Agentur eine 350-Seiten-Studie erstellt. Dabei wurden im wesentlichen Quellen aus staatlichen Archiven herangezogen und ausgewertet, so die Restitutionsverfahren nach 1945 im Zusammenhang mit der von den Nationalsozialisten betriebenen „Arisierung“, der Verdrängung der Juden aus Deutschland. Im Wesentlichen wurden drei Schwerpunkte behandelt: die vom Heinrich Bauer Verlag herausgegebene Rundfunkzeitschrift Funk-Wacht im Nationalsozialismus, die vom Heinrich Bauer Verlag und anderen Familienmitgliedern erworbenen Immobilien in der Zeit von 1933-1939 – darunter mehrere Immobilien mit jüdischen Vorbesitzern – sowie die Unterbringung von zur Zwangsarbeit herangezogenen Italienischen Militärinternierten ab 1943 im Verlagshaus an der Schützenpforte 11 in Hamburg.
Rechtzeitig zum 150-jährigen Bestehen der Bauer Media Group wurde mit der Studie ein Teil der Unternehmensgeschichte untersucht, der bisher weitgehend im Dunkeln lag. Link zur Studie
Heinrich Bauer Verlag in der NS-Zeit
